Snapchat – der neue heiße Scheiß?

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Haben schon genug Menschen ihre Meinung zu Snapchat gesagt? Egal, ich geb trotzdem noch meinen Senf dazu. Die Social Media Plattform wird uns ja schon seit längerem als DER heiße Scheiß überhaupt verkauft. Junge Zielgruppen tummeln sich dort und das ganze Netzwerk wartet quasi nur darauf von coolen Marken mit noch coolerem Content erobert zu werden. Aber ist das wirklich so? Und wie sozial ist Snapchat wirklich? Ich hab das im Selbstversuch getestet.

Snapchat übt eine seltsame Faszination aus: Irgendwie verstehe ich am Anfang nicht so genau, worum es geht. Genau das weckt aber meinen Ehrgeiz. Kann doch nicht so kompliziert sein oder? Außerdem kratzt es natürlich an meinem Ego, falls ich doch zu alt für Snapchat sein sollte. Diese Annahme prägt ja zu einem großen Teil das Image von Snapchat: Hip, cool, schnell und nur für Leute, die wirklich up-to-date sind. Dass es in meiner Altersgruppe noch nicht ganz angekommen ist, merke ich aber daran, dass fast keiner meiner Kontakte Snapchatter ist. Das war bei WhatsApp damals anders, das hatte irgendwie schon jeder, als ich es mir installierte.

Das Asozial-Netzwerk

Also folge ich mal recht willkürlich Marken und den paar spärlichen Kontakten, die auf Snapchat sind. Bei Marken muss ich übrigens Google dafür bemühen, Snapchat zeigt im Story-Bereich nur eine Handvoll amerikanischer Marken, die dafür bezahlen.

Und das ist nicht das einzig Unsoziale, das mir an Snapchat auffällt. Ich sehe auch nicht, wem andere folgen. Ich sehe ja nicht einmal, wie viele Follower ich hab! Neben den Namen steht eine seltsame Zahl, die sich aus erhaltenen und gesendeten Snaps zusammensetzt. Aussagekraft gleich null, ich kann mir nämlich selbst Snaps schicken. Ein Geheimnis bleibt auch, ob und welche Kommentare zu Stories an den Verfasser verschickt werden, wenn ich der nicht selbst bin. Irgendwie komme ich mir ein bisschen so vor, als wäre ich allein in diesem Snapchat unterwegs.

Übergesnapt

Nun auch einmal etwas Positives: Die Filter, Sticker und anderen Möglichkeiten, die Snapchat bietet, finde ich wirklich lustig. Es hat Unterhaltungswert, Videos und Fotos werden durch Sticker, Titel usw. interessanter und länger als 10 Sekunden schaue ich mir eh fast kein Video auf Social Media an. Dass die Inhalte nach 24 Stunden wieder verschwinden, ist innovativ und wenn man sich ehrlich ist, schaut man sich auf Facebook ja auch nur selten ältere Posts an.

Was ich als Privatperson positiv wahrnehme, stellt Marken auf Snapchat aber vor Herausforderungen. Durch das 24 Stunden-Limit sind Marken ständig gefordert, neuen Content zu liefern und die Reichweite ist dadurch ebenfalls beschränkt. Eine Weiterverlinkung auf die eigene Website ist übrigens auch nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Hier geht es wirklich um kurzweiliges, innovatives Content Marketing, das zur Unterhaltung beiträgt und die Markenwahrnehmung prägt. Das wars. Und genau das macht es interessant für ganz neue Projekte und Innovatives, wie Blick hinter die Kulissen, kleine Videos von Mitarbeitern, Mood-Bilder, etc.

Snapchat macht also wirklich alles anders als andere Netzwerke und feiert genau deshalb Erfolge. Das führt aber natürlich auch dazu, dass es eine Hemmschwelle gibt, diese App zu benutzen – für Privatpersonen genauso wie Unternehmen. Ich muss gestehen, dass ich auch eine Eingewöhungsphase brauchte (und immer noch brauche), um mich an die Machart von Snapchat zu gewöhnen. Aber wenn man den Experten glauben darf, wird Snapchat sehr bald im Mainstream ankommen und spätestens dann sollten sich Marken, die gerne als cool gesehen werden möchten, den Start ins Snapchat-Marketing überlegen.

 

Ihr könnt mir übrigens gern auf Snapchat folgen, wenn ihr euch gerne Seltsames anschaut. Verschwindet aber zum Glück eh wieder. Und wenn ihr auf Snapchat seid, dann gefällt euch wahrscheinlich genau das. Freaks.

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