Online-Journalismus tickt anders

Online-Journalismus tickt anders

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Ich habe mit großem Interesse den Blogartikel Warum der Online-Journalismus von Content Strategen profitieren kann“ von Sandra Mathelitsch gelesen und möchte nun meinen Senf zu dem Thema abgeben. Ich habe nämlich, wie die Autorin des Artikels selbst, auch im Online-Journalismus gearbeitet und bin nun schon seit einigen Jahren auf Unternehmensseite als Online-Redakteurin tätig, was sich vom Aufgabengebiet und der Arbeitsweise sehr unterscheidet, obwohl der Job dieselbe Bezeichnung trägt.

Daher möchte ich gerne kurz auf die zwei im Artikel genannten Beispiele eingehen, da ich das Ausmaß, inwiefern Online-Journalismus von Content Strategie profitieren kann, doch begrenzt sehe. Zumindest bei den genannten Beispielen.

 

Content Audits

News-Portale verfügen über eine unglaublich große Fülle an Content, der ständig (sehr oft minütlich) neu erstellt wird. Jedes Ereignis erhält eine eigene Landingpage und alte Artikel dienen als Archiv. Wenn man sich also wirklich die Mühe macht und ein Audit angeht (hier haben Sandra Mathelitsch und Irene Michl die Vorgehensweise erläutert), gibt es natürlich Vorteile und Nachteile. Und meiner Ansicht nach überwiegen hier leider die Nachteile.

Vorteile:

  • Nicht mehr funktionierende Links können aufgespürt und eleminiert werden.
  • Zielgruppe und Mitbewerb werden analysiert und können so besser kennengelernt werden.

Nachteile:

  • Der Arbeitsaufwand ist enorm. Die Sichtung einer so großen Anzahl von Artikeln ist unfassbar aufwändig.
  • Das Löschen von veralteten Artikeln ist fast nie notwendig, da meist ein Datum der letzten Aktualisierung für den User sichtbar vermerkt ist und die Funktion als Archiv nicht zu unterschätzen ist. Schließlich kann man bei der Erstellung von neuen Artikeln auf diese verweisen (was bisher geschah), um dem Leser Hintergrundinfos zu bieten und dabei auch noch Google eine kleine Freude zu bereiten. Wenn man also an ein Newsportal denkt, wird man wahrscheinlich wenig Artikel finden, die man wirklich löschen kann. Dann stellt sich aber die Frage, ob dieser große Aufwand für den Nutzen gerechtfertigt ist.

 

Infografiken

Bei Infografiken gebe ich der Autorin eigentlich uneingeschränkt recht: Diese sind ein wichtiges, sinnvolles und gutes Instrument, um komplexe Sachverhalte leicht verständlich darzustellen.

Allerdings glaube ich, dass die Verwendung von Infografiken nicht in Verbindung mit einer Content Strategie stehen muss. Wenn man den Begriff weitgefasst betrachtet, sind Infografiken in vielen Medien zu finden. Von Schulbücher über Printmedien und TV-Formate und im Web werden Infografiken schon lange verwendet, ohne dem Ganzen eine Strategie zugrunde zu legen.

 

Fazit

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass es auch für Online-Medien mehr als sinnvoll ist, eine Strategie zu entwickeln, die Zielgruppen zu definieren und Infografiken zu verwenden. Allerdings sind Tools wie Content Audits mit Vorsicht zu genießen, da sie wahnsinnig viel Aufwand bedeuten, der Nutzen gerade im Online-Journalismus aber meist nicht dafür steht.

Was ist eure Meinung zu dem Thema? Sagt es in den Comments!

 

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