Content vs. Inbound Marketing – Eh das Gleiche oder wichtige Unterscheidung?

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Wenn man beginnt, sich in das Thema Content Marketing einzulesen, fällt eines schnell auf: Es gibt mehrere Begriffe zu dem Thema, die scheinbar das Gleiche beschreiben. Dazu zählen Content Marketing, Corporate Publishing und Inbound Marketing. Oberflächlich gesehen meinen sie alle dasselbe und werden auch oft genug synonym verwendet.

Da fragt man sich doch: Bedeuten die Begriffe wirklich das Gleiche, was ist der Unterschied und ist es für die Praxis überhaupt relevant, eine Unterscheidung zu treffen?

Dem Begriff Content Marketing und den allgemeinen Umständen, die zur Entwicklung dieser Marketingmethode geführt haben, habe ich mich im Blogbeitrag Was ist Content Marketing? ausführlich gewidmet.

Corporate Publishing ist im Gegensatz dazu eher in der Pressearbeit angesiedelt und hat das Ziel, die Stärken des eigenen Unternehmens in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei stehen aber nicht die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe im Vordergrund, sondern eben die Ziele des Unternehmens. (unter anderem bei horizont.net nachzulesen)

Inbound Marketing ist vor allem im englischsprachigen Raum ein Begriff. Der Ausdruck wird hauptsächlich von der Firma Hubspot besetzt und verwendet. Die Intention – auch hinter der Hubspot Software – ist durch interessante Inhalte “ideale Kunden” anzusprechen und dafür zu sorgen, dass sie wiederkommen. Genau das will Content Marketing aber auch. Laut Sam Bredl von Take Off PR, einer Wiener Inbound Marketing Agentur, geht Inbound Marketing einen Schritt weiter, indem es Call-to-Actions anbietet (hier nachzulesen).

Die Meinungen gehen auseinander

Gerrit Grunert, Gründer und CEO von Crispy Content, vertritt beispielsweise die Meinung, dass Inbound Marketing eine Weiterentwicklung von Content Marketing ist, die nicht nur Reichweitenerhöhung als Ziel hat, sondern auch die Steigerung des Umsatzes, Kundengewinnung und den Verkauf von Produkten. (auf hoppe7.de nachzulesen)

Ich bin der Meinung, dass Reichweitenerhöhung niemals das endgültige Ziel ist, sondern immer Mittel zum Zweck. Jedes Unternehmen möchte Reichweite erzielen, um auf seine Marke und Produkte aufmerksam machen und sie zu verkaufen. NGOs brauchen Reichweite, um andere Ziele zu erreichen, eventuell um auf Missstände aufmerksam zu machen, um etwas zu bewegen, um Spendengelder zu erhalten. Aber Reichweite ist kein Selbstzweck, deshalb kann auch Content Marketing nicht nur Reichweitenerhöhung als Ziel haben.

Hubspot hat bereits 2014 in einer Umfrage erhoben, dass der Großteil der Marketing-, Sales- und Service-Experten Content Marketing als einen Teil von Inbound Marketing sehen (auf hubspot.com nachzulesen). Diese Umfrage fand aber wiederum im englischsprachigen Raum statt, was also nicht zwingend bedeuten muss, dass Experten hierzulande genauso denken.

In dem oben genannten Artikel wird auch darauf hingewiesen, dass Content ein essentieller Teil von Inbound Marketing ist, aber Inbound Marketing zählt auch Technical SEO (also technische Optimierungsmöglichkeiten in Quellcode und Serverkonfigurationen), freemium trials und interaktive Tools zu seinen Werkzeugen.

Ich finde das “out-of-the-box”-Denken hinter diesem Ansatz gut, sehe aber diese Möglichkeiten, die ein Unternehmen zweifelsohne hat, eher nicht im Bereich des Content Marketers angesiedelt. Hier sind SEO-Spezialisten und Programmierer gefragt, trotzdem kann im Zuge einer Content Strategie natürlich eine solche Idee enstehen, weitergetragen wird sie in der Praxis aber wahrscheinlich anderswo im Unternehmen.

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Mein Fazit:

Der Unterschied zwischen Corporate Publishing und Content Marketing ist eklatant. Schließlich ist es ein wichtiges Prinzip des Content Marketings (vielleicht das wichtigste), dass eben nicht die Interessen des Unternehmens im Vordergrund stehen, sondern dass sich das Unternehmen mit den Interessen seiner Kunden beschäftigt und diese in den Mittelpunkt stellt.

 

Bei Content Marketing vs. Inbound Marketing scheiden sich  die Geister. Meiner Meinung nach ist diese Diskussion aber für die Praxis entbehrlich, schließlich wollen beide Ansätze das gleiche Ziel erreichen. Wie weit die Content Strategie geht (Content, Call-to-Actions, Free Trials usw.) muss sowieso jedes Unternehmen selbst entscheiden und diese Entscheidung wird überall unterschiedlich ausfallen.

Wichtig ist, sich nicht selbst zu limitieren und alle Möglichkeiten, die sich bieten, in Betracht zu ziehen um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Wurscht wie man es zum Schluss nennt.

Viel wichtiger ist sowieso die Content Strategie, der ich mich im nächsten Blogbeitrag widmen werde.

 

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